Praxis Transportbeton
Jahresveranstaltung der Transportbetonindustrie in Stuttgart
07.09.2012
Gut 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeichnete am 5. und 6. September 2012 die Jahresveranstaltung des Bundesverbandes der Deutschen Transportbetonindustrie e. V. (BTB) in Stuttgart. Der Kongress richtete sich an Unternehmerinnen und Unternehmer der Transportbetonindustrie sowie benachbarter Branchen.

„Wir bauen vor!"
In seiner Eröffnungsrede ging BTB-Präsident Dr. Erwin Kern auf das diesjährige Motto des Verbandes „Wir bauen vor!" ein. Das Motto, das ebenso gut zur Rolle der Transportbetonindustrie im Bauprozess wie zum Anspruch der verbandlichen Arbeit des BTB passe, ließe sich auch auf das diesjährige Veranstaltungsprogramm übertragen. Im Blickpunkt stünden Themen, die zukünftig von hoher Relevanz für die Unternehmen seien. Durch frühzeitige, praxisnahe Auseinandersetzung mit diesen baue man vor und sei für die Zukunft gewappnet.
Nach Grußworten von Thomas S. Bopp, dem Vorsitzenden des Verbandes der Region Stuttgart moderierte Ingo Lothmann, Leiter des BTB-Arbeitsausschusses Betontechnologie, den Veranstaltungsschwerpunkt „Betontechnologie und Umwelt". Hier wurden Projekte aus der Gemeinschaftsforschung der Branche vorgestellt (Raymund Böing/HeidelbergCement AG). Zum Beispiel zur Wasserabsonderung von Frischbeton, zur Online-Messung der Frischbetonkonsistenz im Fahrmischer und ein Projekt zur weiteren energetischen Optimierung der Betonherstellung im Transportbetonwerk. Die Ergebnisse eines über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e.V. (AiF) geförderten Projektes zum Frostwiederstand von Gesteinskörnungen in Beton stellte Eckhard Bohlmann (HeidelbergCement AG) anschließend detailliert vor und zur Prüfung des Frost- und Frosttausalzwiderstandes von Beton referierten Dr. Georg Hempel und Annekatrin Arndt (TBR Technologiezentrum GmbH). BTB-Hauptgeschäftsführer Dr. Olaf Aßbrock informierte zur 2010-Revision der europäischen Betonnorm EN 206-1 und ihren Auswirkungen auf die Transportbetonindustrie. Werner Rothenbacher (Schwenk Zement KG) zeigte den aktuellen Sachstand zur Entwicklung einer Umweltproduktdeklaration (EPD) für Beton auf. Planer werden so die Nachhaltigkeit und den Umwelteinfluss eines Bauwerkes beurteilen können. Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages erläuterte Wolfgang Dietrich, Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, Planung und Stand der Umsetzung von „Stuttgart 21".
Energiewende und Optimierungspotenziale
Am zweiten Tag der Veranstaltung standen Marketing und Wirtschaftspolitik auf dem Programm. Christiane Bohlmann, Leiterin des BTB-Arbeitsausschusses Marketing, moderierte den Marketing-Block, in dem Ulrich Nolting (Beton Marketing Süd) die Auswirkungen der Energiewende für die Betonindustrie beleuchtete. Für den Ausbau des Stromversorgungsnetzes sei Beton ebenso unverzichtbar wie beim Bau von neuen Kraftwerken. Rund 450.000 m³ Beton würden zum Beispiel auch benötigt, um 15.000 Häuser mit energetisch aktivierten Bohrpfählen auszustatten. Zwei Vorträge beschäftigten sich im Anschluss mit dem Thema Ersatzneubau bzw. Bauen im Bestand. Prof. Ulli Meisel vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH zeigte auf, dass der Ersatzneubau in vielen Fällen durchaus eine Alternative zur Bestandserhaltung sein kann. Andreas Siegels (Ed. Züblin AG) und Torsten Dölle (TPA GmbH) beschrieben diebesonderen baustofftechnologischen und logistischen Kompetenzen, mit denen sich Transportbetonwerke unterstützend und beratend in Bauprojekte im Bestand einbringen können. Die Ergebnisse einer Studie des Bundesverbandes Transportbeton stellte Gerhard Pahl vor. Ziel der Untersuchung war unter anderem, herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen Überkapazitäten und erzielten Renditen in der Branche besteht. In einer von Günter Leitow (Leiter des BTB-Arbeitsausschusses Wirtschaftspolitik) moderierten Podiumsdiskussion erörterten BTB-Präsident Dr. Erwin Kern, Dr. Robert Kühner (Bundesministerium für Bauwesen, Verkehr und Städtetbau) und Walter Wolf (Naumann GmbH & Co. KG aus Kirchheim) das Thema „Lenk- und Ruhezeiten". Die gültigen Regelungen zu den Lenk- und Ruhezeiten von Fahrpersonal gerade für leicht „verderbliche“ Baustoffe wie Transportbeton praxisgerechter und flexibler auszugestalten, beschäftigt die Branche aktuell sehr.
Seminare, Fachausstellung, Exkursion und Architektur
Ergänzt wurde das Vortragsprogramm von zwei Seminaren. Michael Warzecha, Mitglied des BTB-Vorstandes und Leiter der Arbeitsgruppe „Elektronischer Lieferschein" moderierte ein Seminar zu diesem Thema. Fragen zu Erfahrungen, Anwendungen im Bauunternehmen sowie der weiteren Entwicklung des Elektronischen Lieferscheins standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Parallel dazu moderierte Christian Klafsky (Leiter des BTB-Ausschusses „Betonpumpen" das Seminar „Pumpen von Beton". Auf dessen Agenda standen die Themen Pumpentechnik, Arbeitssicherheit, Betontechnologie und Schnittstellenfragen.Wie in den Vorjahren bot Praxis Transportbeton mit einer begleitenden Fachausstellung Unternehmen benachbarter Branchen die Gelegenheit über neue und kommende Produkte und Dienstleistungen zu informieren und mit den Fach- und Führungskräften der Transportbetonindustrie ins Gespräch zu kommen.
Ergänzt wurde der Kongress um ein Architektur-Forum, organisiert von Beton Marketing Süd und eine Exkursion zum Gelände von „Stuttgart 21". Die achte Auflage des Kongresses wird es in zwei Jahren geben - dann in Hamburg. Im kommenden Jahr trifft sich die Branche zunächst zum Transportbeton-Tag 2013 in Dresden.
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