Transportbeton-Tage 2019 in Leipzig

Transportbetonindustrie präsentierte Forschungsergebnisse

Die Transportbeton-Tage in Leipzig boten am 12. September 2019 den Rahmen für das erste Forschungsforum der Transportbetonindustrie. Auf dem Programm der vom Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie (BTB) ausgerichteten Tagung standen aktuelle Projekte der Forschungsgemeinschaft Transportbeton (FTB) und ihrer Partner.

Zuvor hatte der in Leipzig in seinem Amt wiedergewählte BTB-Präsident Dr. Erwin Kern in seiner Begrüßungsrede die wirtschaftliche Situation der Branche skizziert, und Dr. Torsten Schwarze (Morgan, Lewis & Bockius LLP) war in einem Gastvortrag der Frage nachgegangen, inwiefern Bieter- und Liefergemeinschaften in der Transportbetonindustrie kartellrechtlich sicher sind. Am Folgetag der Veranstaltung informierte der BTB in der Fachtagung „BetonQuali“ über eine neue berufsbegleitende Qualifizierung in der Betonindustrie.

Erstes Forschungsforum der Transportbetonindustrie

Professor Andreas Gerdes von der IONYS AG informierte in Leipzig über „Funktionalisierte Polymerfasern für zementgebundene Werkstoffe“. Ziel des Projektes war es, durch chemische Bindung der Fasern eine zusätzliche Steigerung der mechanischen Eigenschaften des Werkstoffverbunds zu erreichen. Dies führt zu einer Reduzierung des Fasergehalts und der Faserlänge, was aufgrund von geringen Bauteilabmessungen oder der Verarbeitbarkeit von Vorteil ist.

Untersuchungen der Leibniz Universität Hannover zur Anwendung von „Flüssigböden“ im Rohrleitungsbau und unter Verkehrsflächen stellte Professor Martin Achmus vor. Ziel war sowohl die Erarbeitung eines Bemessungskonzeptes als auch die Ableitung von Korrelationen verschiedener Prüfverfahren zum Verformungsverhalten von Flüssigböden. Der erfolgreiche Abschluss der Projekte fördert die Flüssigbodenbauweise in der Transportbetonindustrie.

Dr. Olaf Aßbrock, Geschäftsführer der FTB, berichtete über die Verbundforschung „Frostwiderstand von Gesteinskörnungen im Beton“. Ein wesentliches Ziel des Forschungsvorhabens bestand in der Untersuchung der Übertragbarkeit der Ergebnisse der Frost- bzw. Frosttausalzprüfungen im Labor auf die Verhältnisse am Bauwerk unter praxisnahen Bedingungen. Nach einem Auslagerungszeitraum von 10 Jahren zeigen sich weder bei den an einer Schleuse noch bei den an einer Bundesstraße ausgelagerten Betonprobekörpern signifikante innere und äußere Gefügeschädigungen.

Julia Neumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ruhr-Universität Bochum, und Christoph Begemann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leibniz Universität Hannover, entwickeln gemeinsam einen Versuch zur Bestimmung der Sedimentationssensibilität von Frischbeton unter Rütteleinwirkung. Dazu stellten sie Erkenntnisse zur Anwendbarkeit eines Auswaschversuchs im Rahmen der Phase 1 des Forschungsvorhabens vor. Ziel einer Phase 2 ist die Herausstellung eines Bewertungskriteriums für die Sedimentationssensibilität, verknüpft mit einer Festlegung der Prüfparameter.  

Moderiert wurde das Forschungsvorhaben vom Leiter des FTB-Forschungsbeirats, Raymund Böing. Nach dem abschließenden Gastvortrag „Wie erkläre ich so, dass ich verstanden werde?“ von Christoph Biemann (Die Sendung mit der Maus) resümierte Raymund Böing: „Wir freuen uns über die gute Resonanz auf unser Forschungsforum. Die Referenten haben aus meiner Sicht den Unternehmerinnen und Unternehmern unserer Branche wichtige Impulse für vor uns liegende Aufgaben und Chancen gegeben. Sowohl in der Betontechnologie als auch für künftige Anwendungen im Markt.“

Das Forschungsforum entstand im Zuge von „WiTraBau – Wissenstransfer im Bauwesen“. WiTraBau, ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen,  begleitet Forschungseinrichtungen beim Transfer ihrer Forschungsergebnisse in die Praxis. Die FTB ist eine dieser Organisationen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert WiTraBau über seine Initiative „HighTechMatBau – Neue Werkstoffe für urbane Infrastrukturen“.

Ehrungen für Raymund Böing und Christiane Bohlmann

Im Rahmen der Transportbeton-Tage fand auch die Jahresmitgliederversammlung des BTB statt. In dieser zeichnete Dr. Erwin Kern für ihre herausragende langjährige und ehrenamtliche Arbeit für den Bundesverband Transportbeton Christiane Bohlmann und Raymund Böing mit der „Hans Schuy-Ehrennadel“ des Verbandes aus. Christiane Bohlmann entwickelte als Leiterin des Marketing-Ausschusses zahlreiche Strategien und Kommunikationsmaßnahmen des Verbandes. Raymund Böing brachte sich fast 20 Jahre erfolgreich in wesentliche Teile der verbandlichen Arbeit im Bereich der Normung und technischen Regeln sowie als Leiter des Forschungsbeirats der FTB in die Gemeinschaftsforschung ein.

Beste Auszubildende und neuen Meister ausgezeichnet

Erstmals zeichnete der BTB in Leipzig sowohl die besten Auszubildenden zum Verfahrensmechaniker der Fachrichtung Transportbeton des Jahres 2019 aus als auch den ersten Meister der u. a. durch den BTB im vergangenen Jahr initiierten Meisterausbildung „Industriemeister Aufbereitungs- und Verfahrenstechnik IHK (m/w/d)“.

BetonQuali - Qualifizierung in der Betonbranche

Am Folgetag des Forschungsforums fand die „Fachtagung „BetonQuali: Berufsbegleitende Qualifizierung in der Betonindustrie“ statt. Mit dem Forschungsvorhaben „BetonQuali“ verfolgt der BTB, gemeinsam mit Partnern, einen neuen Qualifizierungsansatz für die Betonindustrie. Mit einer Informations- und Qualifizierungsplattform (www.betonquali.de) wird Mitarbeitenden aus fachfremden Berufen oder auch ohne Ausbildung berufsbegleitend der Weg zum Berufsabschluss des Verfahrensmechanikers eröffnet. Die Fachtagung informierte über die Inhalte von BetonQuali und bot Gelegenheit zum Austausch erster Erfahrungen mit der im zweiten Quartal 2019 gestarteten Testversion.

Die nächste Jahrestagung der Transportbetonindustrie findet im kommenden Jahr in Mannheim statt. Am 9. und 10. September werden auf dem Programm von „Praxis Transportbeton 2020“ dann neben anderen Themen auch wieder aktuelle Berichte aus der Forschung stehen.

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